Der Rover fährt grundsätzlich sehr langsam, weil der Fürst eine zu hohe Übersetzung des Getriebes ausgewählt hat. Fährt der Rover von allein ist das nicht schlimm, fährt der Fürst von Hand, ist er dann meistens genervt.
Maximalgeschwindigkeit ist 0,3m/s. Bei 5Hz = 200ms fährt der Rover 6 cm weit. Allerdings kommt die Koordinaten-Differenz nur zu einem Teil in der Lenkung an - dazwischen liegen Lenksignalglättung, Regler-Eingriffsglättung, Antriebs-Glättung, Kalmanfilter. Selbst das GPS-Signal hat eine Schwankung. Das bedeutet, der Rover fährt also schon eine deutlich größere Strecke als es die Werte im ersten Moment Glauben machen. Bei langsamer Fahrt, wie auf dem Video mit ca 50%, sind das vielleicht 15cm Fahrstrecke in der Realität und bisher 20cm Toleranzvorgabe. Da sieht man, welche Reaktionsgeschwindigkeit dann erforderlich ist. Auf ebener Strecke funktioniert das gut. Ich habe versucht, die Mittelwertbilder und Filter auf möglichst kleine Werte (zB. =3) zu reduzieren und jetzt noch die verloren gegangene Genauigkeit bei Umrechnungen von Float zu Integer zu eliminieren, das hat auch deutlich die Genauigkeit beim Abfahren der Maurerschnur erhöht. Dennoch läßt sich das nicht beliebig steigern, weil sonst die Lenkung anfängt zu flattern und das mechanisch das Fahrwerk überlastet. Es geht schneller aber dann zu Lasten der Genauigkeit. Bei steigender Geschwindigkeit ist die Herausforderung die Parameter so zu wählen, daß man exakt zwischen Schwingen um und Abtriften von der Ideallinie liegt. Mit der bisherigen Geschwindigkeit kann man mähen, aber einen guten Eindruck macht das nicht. Im Moment sieht man ein Ruckeln des Antriebs, was auf die vielen Lenkbewegungen zurück zu führen ist. (Den Effekt von Integer zu Float habe ich noch nicht gesehen.) Ich denke, die Maurerschnur legt da schon die Schwächen offen. Normalerweise sieht man vielleicht, daß der Rover nicht so genau auf einer Linie fährt aber wie weit er abweicht läßt sich schwer einschätzen. Der große Unterschied bei diesem/n Konzept/en ist, daß der Rover gezielt von Punkt zu Punkt fährt. Bei den kommerziellen Mähern ist das (vermutlich) anders geregelt. Die fahren schöne gerade Bahnen und achten auf Grenzen. Ob die Bahn jetzt seitlich versetzt ist, spielt weniger eine Rolle.
Ich denke darüber nach, ob ich die Odometrie stärker berücksichtigen soll um gerade Linien zu fahren, aber das ist mit dem Lenkungsprinzip eine große Herausforderung. Hätte ich einen Servo an der Lenkung (so einen, der >100€ kostet und nur einen Tag hält) dann wäre die viel steifer und würde nicht durch kleine Steine, Mulden usw. seitlich verzogen/ausgelenkt, was dann sofort wieder korrigiert werden muß. Es ist aber auch zu überlegen, ob der Mäher nur gerade Linien fahren muß. Es wäre auch denkbar, die Fahrstrecke über mehrere Wegpunkte in Kurvenfahrt zu berechnen. Das wollte ich zum aktuellen Zeitpunkt nicht, weil ich dann nicht die wirkliche Genauigkeit abschätzen kann.
Die Azurite-Software vom Ardumower pendelt bei der Fahrt entlang des Perimeters permanent um den Draht. Für mich war/ist die Geschwindigkeit der Hinterachs-getriebenen Mäher beeindruckend. Das habe ich mit der lenkenden Vorderachse nur sehr kurze Zeit abbilden können. Mit Servoantrieb ist der Servo so im Dauerstreß, daß er innerhalb einer Stunde das zeitliche segnet, ohne Servo müssen die Räder so hart angesteuert werden (also bei der recht hohen Fahrgeschwindigkeit) daß das einen Eindruck eines Schlagschraubers vermittelt. Daran ist auch mein Antrieb mit Schrittmotoren gescheitert. Die Schrittmotoren haben manchmal bei hoher Last zB. am Hang Schritte verloren, trotzdem hat der Mäher gut funktioniert. Aber die Schrittimpluse haben sowohl die Kunststoffräder zerlegt, als auch alle Befestigungselement auf den Achsen. Dauerthema war Rad kaputt oder Rad verloren -> Projekt eingestellt, Mäher geschlachtet.
Mein blauer Mäher - ChargerFR oder Prototyp-5 ist jetzt auf dem neusten Stand. Er hat noch nie den Rasen gesehen. Er fährt deutlich schneller als der rote Mäher - Arnold (der Starke) oder Prototyp-4. Morgen werde ich den roten aktualisieren und dann mit beiden mal Testfahrten absolvieren. Ich werde berichten.
Es grüßt
Fürst Ruprecht