RTK-Basisstation richtig aufstellen

Standortwahl, Antennenmontage und die häufigsten Anfängerfehler beim Einrichten.

StartseiteRTK & GPS → Einrichtung
Guide 02 · Einrichtung

RTK-Basisstation richtig aufstellen

Standortwahl, Antennenmontage und die häufigsten Anfängerfehler – bevor die erste Messung überhaupt beginnt.

5–7 Minuten Lesezeit · Teil der Reihe RTK & GPS

Warum die Aufstellung über allem steht

Eine eigene Basisstation macht unabhängig von Online-Diensten wie Centipede – aber nur, wenn sie sauber aufgestellt ist. Die meisten Probleme, die im Forum als „RTK bekommt keinen Fix“ landen, haben ihre Ursache nicht in der Software, sondern in der Position und Montage der Basisstation. Wer hier sorgfältig arbeitet, spart sich später stundenlanges Fehlersuchen.

Freie Sicht zum Himmel

Die Basisstation braucht ununterbrochenen Empfang möglichst vieler Satelliten über den gesamten Himmel. Jede Abschattung durch Gebäude, Bäume oder Metallzäune kann zu Empfangslücken oder Mehrwegeausbreitung (Multipath) führen – Signale werden reflektiert und verfälschen die Messung.

  • Faustregel: freie Sicht ab etwa 10–15° über dem Horizont, in alle Richtungen.
  • Ideal sind Dach, Giebel oder ein freistehender Mast – je höher und freier, desto stabiler der Empfang.
  • Direkt unter oder neben großen Bäumen ist fast immer eine schlechte Wahl, auch wenn der Baum im Winter kahl ist.

Fest, erschütterungsfrei, wiederauffindbar

Die Basisstation ermittelt ihre eigene Position entweder über eine längere Mittelung („Averaging“) oder wird auf eine bekannte, bereits vermessene Koordinate gesetzt. Bewegt sich die Antenne danach auch nur um wenige Zentimeter, sind sämtliche Korrekturdaten verfälscht – der Rover bekommt zwar weiterhin einen „Fix“, aber an der falschen Referenz gemessen.

Wichtig

Antenne fest verschrauben statt improvisiert aufzustellen, und bei jedem Ab- und Wiederaufbau die exakte Position dokumentieren – sonst stimmt die gesamte Karte des Mähers am nächsten Tag nicht mehr.

Metall und Funkstörquellen meiden

Große Metallflächen in unmittelbarer Nähe – Dachrinnen, Blechdächer, Zäune – reflektieren Signale und verstärken Mehrwegeausbreitung zusätzlich. Auch WLAN-Router, Solarwechselrichter und andere Funkquellen sollten nicht direkt neben der Antenne stehen, da sie das GNSS-Signal stören können.

Antennenkabel: kurz und hochwertig

Je länger das Antennenkabel, desto größer der Signalverlust – günstige, dünne Kabel verstärken das Problem zusätzlich. Aus der Community-Erfahrung hat sich bewährt, die Kabellänge zu minimieren oder auf gut geschirmtes, hochwertiges Koaxialkabel zu setzen und den Empfänger möglichst nah an der Antenne zu platzieren.

Eigene Basisstation oder Online-Referenznetz?

Eigene Basisstation

  • Unabhängig von Netzabdeckung und Drittanbietern
  • Einmalige Anschaffung, z. B. LC29HBS für ca. 60 € inkl. Antenne
  • Mehr Aufwand bei Aufstellung und Einrichtung

Online-Dienst (z. B. Centipede)

  • Kein eigener Aufbau nötig, kostenlos nutzbar
  • Benötigt ausreichend nahe Referenzstationen des Anbieters
  • Abhängig von Internetverbindung und Diensteverfügbarkeit

Wer eine eigene Basisstation aufsetzt, findet in der Community häufig RTKBase als Software-Lösung für einen Raspberry Pi – sie übernimmt Empfang, Averaging und die Bereitstellung der Korrekturdaten per NTRIP.

Typische Anfängerfehler im Überblick

  • ×

    Position nach dem Averaging nochmal verschoben. Auch ein kleiner Ruck beim Festschrauben nach der Einmessung macht die Referenz ungültig.

  • ×

    Antenne zu niedrig oder teilverschattet montiert. Schon eine einzelne Dachkante kann in bestimmten Tageszeiten einen Teil der Himmelshalbkugel blockieren.

  • ×

    Langes, billiges Antennenkabel. Der Signalverlust macht sich oft erst bei schlechtem Wetter oder niedrigem Sonnenstand bemerkbar.

  • ×

    Keine Dokumentation der Fix-Koordinate. Nach dem Winterabbau weiß niemand mehr, wo die Antenne exakt stand.

  • ×

    Metallflächen direkt neben der Antenne übersehen. Eine neue Dachrinne oder ein Solarpanel in der Nähe kann eine zuvor stabile Station wieder instabil machen.

Back
Top