Standortwahl, Antennenmontage und die häufigsten Anfängerfehler beim Einrichten.
Standortwahl, Antennenmontage und die häufigsten Anfängerfehler – bevor die erste Messung überhaupt beginnt.
Eine eigene Basisstation macht unabhängig von Online-Diensten wie Centipede – aber nur, wenn sie sauber aufgestellt ist. Die meisten Probleme, die im Forum als „RTK bekommt keinen Fix“ landen, haben ihre Ursache nicht in der Software, sondern in der Position und Montage der Basisstation. Wer hier sorgfältig arbeitet, spart sich später stundenlanges Fehlersuchen.
Die Basisstation braucht ununterbrochenen Empfang möglichst vieler Satelliten über den gesamten Himmel. Jede Abschattung durch Gebäude, Bäume oder Metallzäune kann zu Empfangslücken oder Mehrwegeausbreitung (Multipath) führen – Signale werden reflektiert und verfälschen die Messung.
Die Basisstation ermittelt ihre eigene Position entweder über eine längere Mittelung („Averaging“) oder wird auf eine bekannte, bereits vermessene Koordinate gesetzt. Bewegt sich die Antenne danach auch nur um wenige Zentimeter, sind sämtliche Korrekturdaten verfälscht – der Rover bekommt zwar weiterhin einen „Fix“, aber an der falschen Referenz gemessen.
Antenne fest verschrauben statt improvisiert aufzustellen, und bei jedem Ab- und Wiederaufbau die exakte Position dokumentieren – sonst stimmt die gesamte Karte des Mähers am nächsten Tag nicht mehr.
Große Metallflächen in unmittelbarer Nähe – Dachrinnen, Blechdächer, Zäune – reflektieren Signale und verstärken Mehrwegeausbreitung zusätzlich. Auch WLAN-Router, Solarwechselrichter und andere Funkquellen sollten nicht direkt neben der Antenne stehen, da sie das GNSS-Signal stören können.
Je länger das Antennenkabel, desto größer der Signalverlust – günstige, dünne Kabel verstärken das Problem zusätzlich. Aus der Community-Erfahrung hat sich bewährt, die Kabellänge zu minimieren oder auf gut geschirmtes, hochwertiges Koaxialkabel zu setzen und den Empfänger möglichst nah an der Antenne zu platzieren.
Wer eine eigene Basisstation aufsetzt, findet in der Community häufig RTKBase als Software-Lösung für einen Raspberry Pi – sie übernimmt Empfang, Averaging und die Bereitstellung der Korrekturdaten per NTRIP.
Position nach dem Averaging nochmal verschoben. Auch ein kleiner Ruck beim Festschrauben nach der Einmessung macht die Referenz ungültig.
Antenne zu niedrig oder teilverschattet montiert. Schon eine einzelne Dachkante kann in bestimmten Tageszeiten einen Teil der Himmelshalbkugel blockieren.
Langes, billiges Antennenkabel. Der Signalverlust macht sich oft erst bei schlechtem Wetter oder niedrigem Sonnenstand bemerkbar.
Keine Dokumentation der Fix-Koordinate. Nach dem Winterabbau weiß niemand mehr, wo die Antenne exakt stand.
Metallflächen direkt neben der Antenne übersehen. Eine neue Dachrinne oder ein Solarpanel in der Nähe kann eine zuvor stabile Station wieder instabil machen.